Ergonomics in Motion

Ergonomie

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Ergonomie ist heutzutage in aller Munde. Doch was ist das eigentlich genau? Hier finden Sie einen kleinen Überblick über die wichtigsten Punkte und Themen:

Was ist Ergonomie eigentlich?

Ergonomie ist die Wissenschaft, die sich mit dem Zusammenspiel von Menschen und anderen Elementen in einem System auseinandersetzt.  In diesem Zusammenhang werden Theorien und Methoden entwickelt, um die menschliche Gesundheit zu verbessern. Gleichzeitig soll aber auch die Leistung des gesamten Systems optimiert werden. Ergonomiker beschäftigen sich also konkret mit der Gestaltung und Bewertung von Aufgaben, Arbeitsplätzen, Produkten, Umgebungen und Systemen. Sie wollen diese mit den Bedürfnissen, Fähigkeiten und Grenzen der Menschen in Einklang bringen.

Zusammengefasst ist das Ziel dieser wissenschaftlichen Fachrichtung also, eine optimale Anpassung an die menschlichen Bedürfnisse zu erreichen. So soll bei möglichst geringer Belastung des Körpers ein qualitativ hochwertiges Arbeitsergebnis gewährleistet werden.

Sind physische Belastungen schlimm?

Physische Belastungen sind zunächst einmal ein ganz normaler Bestandteil des täglichen Lebens. Man kann also nicht sagen, dass sie grunsätzlich schlecht oder schädlich sind. Im Gegenteil: Sie sind sogar notwendig, um die Gesundheit des Menschen zu erhalten.

Kritisch wird es erst dann, wenn die Balance zwischen Belastung und Beanspruchung nicht mehr stimmt. Die Folgen können sowohl Über- als auch Unterforderung sein. In der Montage- und Logistikbranche kommt es in der Regel zu Überlastungen bestimmter Regionen auf Grund von sich ständig wiederholenden Bewegungen. Wichtig ist hier also die Varianz der Bewegungen. Es empfiehlt sich daher, lieber zwischen verschiedenen Körperhaltungen zu variieren, als immer die gleiche Wiederholung zu machen.

Welche Vorteile ergeben sich durch präventive ergonomische Maßnahmen?

In der Regel verbessern präventive Maßnahmen die Ergonomie am Arbeitsplatz nachhaltig, wodurch sich langfristig folgende Vorteile ergeben:

 

  • Reduktion der Fehltage und der Unfallgefahr
  • Intervention für mehr Wohlbefinden
  • Höhere Produktivität und Motivation der Mitarbeiter
  • Steigerung der Mitarbeiterbindung
  • Verbesserung der Produktqualität
  • Bessere Planbarkeit und Zukunftssicherheit

Was passiert, wenn schädliche Belastungen nicht früh genug erkannt werden?

Das Muskel-Skelett-System

Bei einer langfristigen Überbelastung kommt es häufig zu Muskel-Skelett-Erkrankungen (MSE).

Muskel-Skelett-Erkrankungen (MSE) sind in Deutschland und international die häufigste Ursache von:

  • Arbeitsunfähigkeit (AU)
  • Schwerbehinderung
  • eingeschränkter Einsatzfähigkeit im Beruf
  • vorzeitiger Erwerbsunfähigkeit

Außerdem verursachen Muskel-Skelett-Erkrankungen (MSE) im Jahr rund:

  • 23 Prozent aller AU-Tage
  • 26.000 neue Renten pro Jahr durch Minderung der Erwerbsfähigkeit
  • 10 Mrd. Euro Produktionsausfall pro Jahr
  • 17 Mrd. Euro Ausfall an Bruttowertschöpfung pro Jahr

Angaben auf Basis von BAuA (Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin)

Was kann man tun, um Muskel-Skelett-Erkrankungen vorzubeugen?

Um Muskel-Skelett-Erkrankungen (MSE) langfristig und nachhaltig vorzubeugen, empfiehlt es sich, bereits frühzeitig entsprechende Präventionsmaßnahmen zu ergreifen. Zu diese können unter anderem gehören:

  • Gesundheitsgerechtes Gestalten der Arbeits- und Leistungsbedingungen
  • Durchführung komplexer Gefährdungsbeurteilungen zum Erkennen und Bewerten der Belastung, einschließlich der Ableitung von konkreten Maßnahmen
  • Kollektive Beratung, Schulung, Instruktion und Training der Mitarbeiter
  • Individuelle Beratung der Mitarbeiter mit Fokus auf den Bewegungsapparat unter Einbezug individueller Risikofaktoren wie Ernährung oder Sport
  • Individuell angepasste Maßnahmen der Gesundheitsförderung, wie beispielsweise Bewegungsprogramme am Arbeitsplatz
  • Betriebliche Eingliederungsprogramme sowie Beschäftigungskonzepte für Ältere und chronisch Kranke
Prävention in der Ergonomie: Rückenmassagen

Wer muss eigentlich eine ergonomische Gefährdungsbeurteilung durchführen?

Der Regelkreis der Gefährdungsbeurteilung

§§ 4 bis 7 des Arbeitsschutzgesetztes (ArbSchG) verpflichten den Arbeitgeber dazu, regelmäßig eine Gefährdungsbeurteilung physischer Belastungen durchzuführen. Im Sinne des Gesetztes zählen darunter folgende Aufgaben:

  • Regelmäßige Überprüfung aller Arbeitsabläufe im Unternehmen, auch bei Tätigkeitsaufnahme, maßgeblichen Veränderungen oder Unfällen bzw. Störungen
  • Dokumentation der Überprüfungen
  • Ableiten von Maßnahmen, wenn eine Gefährdung nicht sicher ausgeschlossen werden kann
  • Einholen von Beratung und Unterstützung von internen oder externen Fachkräften, wenn eine Gefährdung nicht sicher ausgeschlossen werden kann
  • Bestenfalls erfolgt der Regelkreis der Gefährdungsberteilung mit Beteiligung der Betroffenen

Gerne helfen wir Ihnen dabei, die ergonomische Gefährdungsbeurteilung ordnungsgemäß durchzuführen und somit Muskel-Skelett-Erkrankungen frühzeitig zu verhindern. Informieren Sie sich hier über die Produkte von Ergonomics in Motion!

Weitere Nützliche Links:

Sie wollen sich noch intensiver mit dem Thema Ergonomie und Arbeitsplatzanalyse auseinandersetzen? Wir haben hier eine Reihe nützlicher Seiten mit interessanten Informationen für Sie zusammengestellt:

Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA): Physische Belastung

Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA): Muskel-Skelett-Erkrankungen in der Arbeitswelt

Gemeinsame Deutsche Arbeitsschutzstrategie (GDA): Muskel-Skelett-Erkrankungen

Initiative Gesundheit und Arbeit (iga): Gestaltung gesunder Arbeit

Institut für Arbeit und Gesundheit derDeutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (IAG): Ergonomie – Arbeitsplatz und Arbeitsmittel

Institut für Arbeitsmedizin, Sicherheitstechnik und Ergonomie (ASER e.V.): Home

Institut für Betriebliche Gesundheitsberatung (IFBG): Studie „#whatsnext – GESUND ARBEITEN IN DER DIGITALEN ARBEITSWELT“

International Ergonomics Association (IEA): Definition and Domains of Ergonomics